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4. September 2023

EUDR im Fokus: Kritische Rohstoffe

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Die EUDR bringt neue, verbindliche Anforderungen für alle Händler, Käufer und Anbauende von Rohstoffen wie Kakao und Kaffee mit sich. Sie soll Unternehmen daran hindern, Produkte, die mit der Abholzung von Wäldern in Verbindung stehen, auf den EU-Markt zu bringen oder sie aus der EU zu exportieren. Im Juni 2023 wurde die Verordnung im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

Worum geht es bei der EUDR?

Die neue Verordnung zielt darauf ab, den Import von den sieben Rohstoffen Kakao, Kaffee, Ölpalme, Kautschuk, Rinder, Soja und Holz in die EU zu regulieren. Das bedeutet, dass sie nicht auf einer Fläche produziert worden sein dürfen, auf der seit dem 31.12.2020 Entwaldung oder Waldschädigung stattgefunden hat. Außerdem muss die Herstellung der Rohstoffe im Einklang mit den Gesetzen des Ursprungslandes stehen. Auch relevante Erzeugnisse sind in der Regulierung inbegriffen, also Produkte, die die relevanten Rohstoffen enthalten, mit diesen gefüttert wurden oder unter deren Verwendung hergestellt wurden. 

Folgende Voraussetzungen müssen von Rohstoffen und Erzeugnissen erfüllt sein:

  1. Sie müssen entwaldungsfrei sein.
  2. Die Herstellung muss den geltenden Gesetzen und Vorschriften des Ursprungslandes entsprechen.
  3. Vor der Einführung ist eine Sorgfaltserklärung erforderlich. Der Marktteilnehmer muss diese Erklärung an die zuständigen Behörden übermitteln. Die Sorgfaltserklärung muss u.a. die Identifikations- und Kontaktdaten des Marktteilnehmers enthalten, sowie Angaben zum Herstellungsland und die Geolokalisierungskoordinaten.

Nach einer 12-monatigen Verschiebung wird die EU-Verordnung ab dem 30. Dezember 2025 für große Unternehmen und ab dem 30. Juni 2026 für Kleinst- und Kleinunternehmen verpflichtend.

Bei Verstößen werden Bußgelder fällig, die sich bei wiederholten Verstößen erhöhen sollen. Außerdem ist u.a. auch ein vorübergehendes Handelsverbot vorgesehen.

Hintergrund

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind von 1990 bis 2020 circa 420 Millionen Hektar Wald abgeholzt worden - eine Fläche, die fast der Europäischen Union entspricht. Die Brandrodung im Amazonas, im Kongo-Becken und in Indonesien macht allein 11% der weltweiten CO2-Emissionen aus. Der Großteil der Entwaldung, rund 80%, geht auf das Konto der Landwirtschaft. Daher müssen entwaldungsfreie Lieferketten aufgebaut werden.

Wenn die Regenwälder verschwinden, verlieren auch die dort beheimateten Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum. Der Rückgang der Waldflächen hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Biodiversität. Ein Bericht des WWF zeigt einen beunruhigenden Rückgang von fast 70% der weltweiten Biodiversität seit den 1970er Jahren.

Die EUDR – Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten – ist keine endgültige Lösung, jedoch ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung, um die Umweltauswirkungen der globalen Lieferketten zu reduzieren. Die Verordnung zielt darauf ab, die weltweite Entwaldung und Waldschädigung einzudämmen und den Beitrag der EU zu Treibhausgasen sowie den Verlust der Biodiversität zu verringern. Es stellt eine wichtige Initiative dar, um eine nachhaltigere Zukunft für unseren Planeten zu schaffen.

Zitat von Anian Schreiber, Mitgründer von Koa

Was ist jetzt wichtig?

Wer Waren vertreiben will, in denen Rohstoffe enthalten sind, die aus Abholzung stammen könnten, muss nun verpflichtend angeben, woher die jeweiligen Rohstoffe stammen. Es muss also garantiert werden, dass in den Produkten nichts enthalten ist, das mit neuer Abholzung von Wald oder Regenwald in Zusammenhang steht. Jedes Unternehmen sollte daher seine Betroffenheit prüfen und im nächsten Schritt mit der Umsetzung, z.B. Informationsbeschaffung und Risikoanalyse beginnen. 

Als Unternehmen, das sich nachhaltigen Lieferketten verpflichtet hat, begrüßen wir diese Initiative und unterstützen Unternehmen dabei, ihre Lieferketten bis zum Ursprung zurückzuverfolgen.

Als erstes Unternehmen, das faire Zahlungen an jeden einzelnen Kakaobauern in Ghana im Rahmen des Koa Projektes verifiziert hat, sind wir uns den Herausforderungen bewusst, die globale Lieferketten von u.a. Kakao und Kaffee mit sich bringen. Das Scannen des untenstehenden QR-Codes ermöglicht einen tieferen Einblick in die Lieferkette von Koa sowie in die nachgewiesenen sozialen und ökologischen Auswirkungen des Unternehmens.

Die neue EU-Entwaldungsverordnung über entwaldungsfreie Lieferketten unterstreicht, wie wichtig es ist, die Herkunft von Rohstoffen zu kennen und ethische Praktiken zu fördern. Wenn Sie an weiteren Informationen über unser Projekt mit Koa interessiert sind oder unsere Plattform näher kennenlernen möchten, buchen Sie gerne hier ein Meeting.

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